Donnerstag, 6. August 2009

Kunigundekirche (Bad St. Leonhard)



Die Kunigundekirche, am Schlossberg im Nordwesten des Stadtzentrums gelegen, hat sich ihren gotischen Charakter bis heute bewahrt. Einmal abgesehen von ihrer wichtigen Funktion als Gotteshaus, erinnert die Kirche noch heute an die mittelalterliche Blütezeit der montanindustriell so bedeutsamen Stadt St. Leonhard. Nicht umsonst ist die Kirche der heiligen Kunigunde geweiht. Die Gemahlin Kaiser Heinrichs, der 1007 das Bistum Bamberg gründete und mit umfangreichen Ländereien in Oberkärnten und im Lavanttal ausstattete, wurde 1197 heilig gesprochen.

Die Kirche St. Kunigunde ging im Laufe des 14. Jahrhunderts aus einer kleinen Schlosskapelle der Burg Gomarn hervor, die bereits der heiligen Kunigunde geweiht war. Die neue, größere Kirche, die im gotischen Baustil errichtet wurde, diente den auf Burg Gomarn ansässigen bambergischen Verwaltern als Hauskirche. Einer alten Überlieferung nach soll sie auf den Resten eines heidnischen Tempels stehen.

Im Mittelalter wurde im Gotteshaus am St. Veitstag aus der Mitte des Stadtrates der Stadtrichter gewählt und anschließend feierlich in sein Amt eingesetzt. Auch größere Gemeindeversammlungen scheinen vorzugsweise in der geräumigen Kunigundekirche stattgefunden zu haben, deren Eingang ursprünglich zum Schloss Gomarn hin ausgerichtet war.
Im 18. Jahrhundert hat die Kirche im Zuge eines Umbaus eine starke Barockisierung erfahren. Heute ist vor allem die Innenausstattung der Kirche von Interesse, die freilich im Vergleich zur ungleich berühmteren Leonhardikirche etwas verblasst. Früher befand sich neben der Filialkirche St. Kunigunde auch das alte Schulhaus der Stadt, in dem Generationen von St. Leonhardern das Lesen, Schreiben und Rechnen erlernt haben.

Alle Rechte: www.wmtprojekte.at

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen