Mittwoch, 29. Juli 2009

Der Bad St. Leonharder Hauptplatz



Alte Ansichtskarte, um 1920

Von den St. Leonharder „Stadtvätern“ schon vor Jahrhunderten außergewöhnlich geräumig angelegt, hat sich der Bad St. Leonharder Hauptplatz seinen großzügigen Charakter bis heute bewahrt. Der viereckige Hauptplatz, der von Süden nach Norden verläuft, wird im Westen und Osten von geradlinig ausgerichteten, geschlossenen Häuserzeilen begleitet. Nur an einigen Stellen verursachen die aus städteplanerischer Sicht so wichtigen Entlastungsgassen eine Unterbrechung. Im Süden und im Norden sorgten früher Stadttore für eine sinnvolle Verbindung zwischen den beiden Häuserzeilen. In seiner Gesamtheit ist der Bad St. Leonharder Hauptplatz als historisch gewachsenes Ensemble zu verstehen, in dem die Jahrhunderte währende Entwicklung der Stadt und die wechselnden Ansprüche ihrer Bewohner an Schönheit und Funktionalität zu einer höheren Einheit verschmelzen. Alte Bürgerhäuser, deren Schaufassaden in den letzten Jahrzehnten renoviert wurden, haben viele Geschichten zu erzählen. Dazwischen finden sich aber auch modernere Gebäude, die in den meisten Fällen den historischen Gesamtcharakter des Stadtzentrums kaum störend beeinflussen.
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Dienstag, 28. Juli 2009

Wanderziel Zirbitzkogel – Am Ursprung der Lavant




Der Zirbitzkogel (2396 m) ist der höchste Berg der Seetaler Alpen und erhebt sich in der Steiermark, nahe der Grenze zu Kärnten. Der touristisch gut erschlossene Berg ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Tourengeher. Das Zirbitzkogelhaus am Gipfel ist das höchstgelegene Schutzhaus der Steiermark.

Das Lavanttal hat seinen Namen vom Fluss Lavant, der es von Norden nach Süden durchzieht. Vorbei an alten Städten und reizvollen Märkten, an jahrhundertealten Kirchen, Burgen und Schlössern, an modernen Industrie- und Brückenbauwerken zieht das kalte, klare Wasser der Lavant seine rund 60 Kilometer lange Bahn durch das Tal.

Seinen Ursprung hat der Fluss im Grenzgebiet zwischen der Steiermark und Kärnten – genauer gesagt, am steirischen Zirbitzkogel, einem beliebten Ausflugsziel. Wer den rund 2.400 Meter hohen Berg erwandert und die überaus gesunde Gebirgsluft eingeatmet hat, kann sich nur schwer dem besonderen Reiz des kleinen, aber tiefen Sees entziehen, von dem aus die Lavant talwärts drängt.

Angereichert mit dem Wasser einiger Sei­tenbäche überwindet sie zwischen den alten Märkten Obdach und Reichenfels die Landesgrenze. Sie schlängelt sich vor­bei an der Stadt Bad St. Leonhard, passiert die natürliche Enge des Twimberger Grabens, durchfließt die Stadtgemeinden Wolfsberg und St. Andrä, um schließlich bei Lavamünd, nur wenige Kilometer vor der österreichisch-slowenischen Staatsgrenze, in den mächtigen Draustrom zu münden.

Woher der Name „Lavant“ kommt, bleibt freilich ungewiss. Auch wenn die wahre Bedeutung des Flußnamens bis heute nicht völlig zufriedenstellend geklärt werden konnte, bleibt wenigstens die Gewissheit historischer Kontinuität. Als die Gräfin Richgard von Spanheim um die Mitte des 11. Jahrhunderts den Leichnam ihres Gatten Siegfried, der auf der Rückreise aus dem Heiligen Land ums Leben gekommen war, auf ihre Lavanttaler Stammburg bringen ließ, stiftete sie eine kleine Paulskapelle am Fluss "Lavand“ und legte damit den Grundstein für das Benediktinerstift St. Paul.

Zu Anfang des 16. Jahrhunderts versuchte der berühmte Arzt und Naturforscher Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493–1541), besser bekannt als Paracelsus, den Namen des Flusses vom lateinischen Verb „lavare“ (d.h. waschen) herzuleiten. Paracelsus schreibt: „Das Laventtal im Herzogtum Kärnten hat seinen Namen vom Waschen em­pfangen. Denn in demselben die Wasserflüss so goldreich gewesen sind, daß von allen fremden Nationen Künstler und Bergleut sich darein gefügt haben. Also ist die Stadt S. Leonhard gebauet, auch Wolfsperg von Bauleuten desselbigen Lands mit Wein und Getreid zugenommen und erbauet.“

Paracelsus' Deutung, die keineswegs unwidersprochen blieb, bezog sich also auf die rege Goldwäschertätigkeit, die an den Ufern der Lavant und so manchem ihrer Nebenbäche eine jahrhundertealte Tradition hat.

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Montag, 27. Juli 2009

Der Reckturm



Der „Reckturm“ ist Teil der alten Ringmauer. Vermutlich schon in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet, diente er wohl als Aussichts- und Wachturm. Vor allem durch seine Ausrichtung nach Süden hat er in gefährlichen Zeiten immer wieder dazu beigetragen, die Stadtbevölkerung vor unerwünschten „Gästen“ rechtzeitig zu warnen.
Aber auch die Verwendung als Gerichts- und Gefängnisturm scheint aufgrund alter Überlieferungen zumindest wahrscheinlich. Schon bei kleineren Vergehen wie sittenwidrigem Verhalten konnten mehrtägige Kerkerstrafen verhängt werden. Todesurteile, die bei besonders schweren Vergehen ausgesprochen wurden, sollen am sogenannten „Galgenbichl“ bei Wiesenau vollstreckt worden sein.

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Die Stadtmauer

Die Stadtmauer zieht sich von der Burgruine Gomarn aus wahrscheinlich schon seit dem 14. Jahrhundert um die Stadt. Bis heute haben sich Teile der einst stark befestigten Wehrmauer erhalten und betonen den historischen Ge­samtcharakter. Die Errichtung der Mauer, die von Anfang an dem Schutz der Bürger und „Inwohner“ diente, kann als Folge der Stadterhebung von 1325 betrachtet werden. Die Stadtbewohner hat­ten das Recht und die Pflicht, sich jederzeit wirksam gegen Gefahren von außen zu schützen.

Ringmauer, Turm und Wehranlagen wur­den in jahrelanger Arbeit errichtet und auch in späteren Jahrhunderten immer weiter ausgebaut und modernisiert. Entlang der Mauer gab es auch einen Stadtgraben. Wenn Gefahr drohte, konnte man Wasser aus dem Feistritzbach in den Graben leiten. Die St. Leonharder Stadtmauer wurde angesichts der drohenden Türkengefahr gegen Ende des 15. Jahrhunderts weiter befestigt. Auch später waren die Bürger noch dazu verpflichtet, für die Erhaltung und Wartung der gemeinsamen Wehr- und Schutzanlagen durch jährliche Beiträge und Arbeitsleistungen zu sorgen.

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