Mittwoch, 26. August 2009

Persönlichkeiten: Jakob Fugger (1459 – 1525)

Der 1459 in Augsburg geborene Jakob Fugger investierte im Gefolge des Bistums Bamberg auch im Oberen Lavanttal, vor allem in den Goldbergbau in Kliening bei St. Leonhard (dort gab es eine Fuggerei), aber auch am St. Leonharder Erzberg. Mit seinen zahlreichen Unternehmen in Europa und in Übersee gilt er als der Begründer des ersten und für lange Zeit größten mulitnationalen Konzerns der Welt. Er hatte als Geldgeber großen Einfluss auf bedeutende Herrscher, darunter auch Kaiser Maximilian I.
Jakob Fugger starb 1525 als einer der reichsten Männer Europas.

Sonntag, 23. August 2009

Oberlavanttaler Eisenbahngeschichte

Informationen zur Oberlavanttaler Eisenbahngeschichte sind auf der Homepage der Paracelsusregion zu finden:

http://www.paracelsusregion.com/features/eisenbahn_feature/eisenbahn_default.htm

Montag, 17. August 2009

Zahlreiche geschützte Denkmäler

In der Paracelsusregion im oberen Lavanttal stehen zahlreiche Sehenswürdigkeiten unter Denkmalschutz.

Bad St. Leonhard: Stadtbefestigung (Gesamtanlage mit Burg Gomarn und Stadtmauern, Kunigundekirche, Kreuzwegkapelle, Friedhof, Leonhardikirche, Mariensäule (Pestsäule), Figur Christus im Leid, römerzeitliche Grabstein, Pfarrhof, ehemalige Spitalskirche, Pfarrhof in Schiefling, Pfarrkirche in Schiefling, Kärntner Sonnenturm in Twimberg)

Reichenfels: Mariensäule (Pestsäule), Pfarrhof, Pfarrkirche zum hl. Jakobus mit Friedhof und Karner, Pestkreuz, Oswaldikirche in der Sommerau, Kirche St. Peter (mit Friedhof und Karner)

Für die vom Denkmalschutz erfassten Objekte gilt: "Unumgängliche Eingriffe, aus welchen Gründen auch immer, müssen so schonend wie möglich erfolgen und bedürfen der Bewilligung des Bundesdenkmalamtes. Davon betroffen sind grob umrissen Sanierung, Veränderung oder – im Extremfall – Zerstörung eines Denkmals, nicht jedoch die Nutzung des Objektes." (lt. Bundesdenkmalamt).

Montag, 10. August 2009

Webtipp: Digitales Harrer-Archiv

Interessant ist auch das neue digitale Archiv des Harrer-Museums in Hüttenberg. Rund 120.000 Dias, 80.000 Fotos und schriftliche Aufzeichnungen von Heinrich Harrer werden von langzeitbeschäftigungslosen Jugendlichen digitalisiert und archiviert und so via Internet einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Link zum digitalen Archiv: http://www.huettenberg.at/indexharrer.html

Ausflugstipp: Heinrich-Harrer-Museum in Hüttenberg

Unter den zahrleichen Museen des Nachbarbezirks St. Veit nimmt das Heinrich-Harrer-Museum in Hüttenberg einen besonderen Stellenwert ein. Noch zu Lebzeiten schenkte der weltberühmte Abenteurer, Forschungsreisende und Buchautor Heinrich Harrer (1912 – 2006) seiner Heimatgemeinde Hüttenberg einen beträchtlichen Teil seiner volkskundlichen Sammlung, für die im Ort ein eigenes Museum eröffnet wurde. Dort sind neben Harrers Mitbringseln von Weltreisen auch viele Novitäten und wertvolle kulturgeschichtliche Exponate zu bestaunen. Das Museum, das bereits mehrfach vom Dalai Lama besucht wurde, hat man im Laufe der Zeit um einen tibetanischen Pilgerpfad, einen so genannten Lingkor, erweitert. Der Pfad, der über eine steile Felswand in luftige Höhen führt, ist in den Sommermonaten geöffnet.



Heinrich Harrers berühmte Tibetreise wurde 1997 zum Mittelpunkt eines erfolgreichen Hollywoodstreifens mit Brad Pitt, der weltweit auf den bekannten Hüttenberger aufmerksam machte.

Link zum Museum: http://www.harrermuseum.at/

Anreise von Bad St. Leonhard:


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Sonntag, 9. August 2009

Der "Römerfriedhof" bei Wiesenau

In keltisch-römischer Zeit entstanden überall im Land zahlreiche kleinere und größere Siedlungen, die oft gerade dort angelegt wurden, wo man in unmittelbarer Nähe die für das Römische Imperium so wichtigen Bodenschätze abbauen und verarbeiten konnte. Das trifft wohl auch auf jenes längst verschwundene Dorf zu, das sich vor rund 2.000 Jahren in einem Waldstück bei Wiesenau befand.

Die ersten Hinweise auf das “versunkene Dorf” sind dem Archäologen Hans Dolenz zu verdanken. Dolenz bemerkte im Bereich des so genanntenGalgenbichls”, wo der Klieninger Graben seinen Anfang nimmt, eigenartige, unnatürliche Bodenformen, von denen einige den Eindruck von Hügelgräbern erweckten, die in ihrer Gesamtheit aber nur mit dem alten Goldbergbau in Kliening in Zusammenhang stehen konnten.

1956 wurde beim Abbau von Schottermaterial festgestellt, dass die von Dolenz zwar schon früher bemerkten, aber nicht genauer untersuchten Hügel tatsächlich aus losen Geröllsteinen bestanden, die man im 16. Jahrhundert beim Abbau goldhältiger Sandablagerungen des Klieningbaches zur Seite geräumt hatte. Zwischen dem tauben Material fand man zahlreiche Marmorquader, Bruchstücke von Inschriftentafeln, Reliefs und Skulpturen, die aus keltisch-römischer Zeit stammen.

Den Archäologen war bald klar, dass man in Wiesenau ganz zufällig auf ein antikes Gräberfeld aus der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. gestoßen war. In den folgenden Wochen und Monaten wurden zahlreiche Funde sichergestellt und zur genaueren Erforschung in die Landeshauptstadt Klagenfurt gebracht. St. Leonhard, das für die archäologische Erforschung Kärntens bisher kaum eine wirkliche Rolle gespielt hatte, galt plötzlich als Zentrum der frühen Besiedelung des oberen Lavanttals.

Zahlreiche Inschriftentafeln mit römischen und keltischen Namen bekunden, dass in Wiesenau oder Umgebung eine antike Siedlung größeren Ausmaßes bestanden haben muß. Aus den Inschriften geht jedenfalls eindeutig hervor, dass es sich bei den Bestatteten hauptsächlich um Einheimische handelte. Zahlreiche Siedlungsbewohner gehörten dem Sklavenstand an.

Die Schwefelheilquelle im Detail

Die Schwefelquelle entspringt am Fuße des Kreuzberges in der Mitte eines gemauerten Beckens, fließt von dort direkt in einen Sammelbehälter und wird über eine mehr als 100 Meter lange Gefällestrecke in das Kurhaus geleitet. Seit Jahrzehnten ist die schwefelhältige Quelle als natürliches Heilvorkommen anerkannt. Die Quelle und das ehemalige Kurhaus werden schon in österreichischen Bäderbüchern von 1914 und 1928 genannt.

Die erste chemische Analyse des St. Leonharder Schwefelwassers hat 1910 F. Wenzel durchgeführt. Demnach betrug die Wassertemperatur damals rund 16 Grad Celsius, während spätere Untersuchungen nur noch einen Durchschnittswert von rund 10 Grad Celsius erbrachten, weshalb die Schwefelquelle als „kalte Quelle“ bezeichnet wird.

Das Quellwasser, das hohe Prozentsätze Schwefelwasserstoff und Hydrokarbonat aufweist, wird in allen Kontrollanalysen als klar, farblos und ohne Bodensatz beschrieben. Der charakteristische intensive Geruch nach Schwefelwasserstoff und der unangenehme, leicht süßliche Geschmack verflüchtigen sich erst nach einigen Wochen Aufbewahrung im Labor.

Der Hauptgrund für die Anerkennung als Heilvorkommen ist der relativ hohe Gehalt an titrierbarem Schwefel, der mit rund 5 mg/kg den für Schwefelquellen geforderten Mindestgehalt von 1 mg/kg bei weitem übertrifft. Ein weiteres Argument ist die hinreichende Schüttung von rund 240 hl Schwefelwasser pro Tag.

Neben dem relativ konstanten Schüttungswert, der nach langjährigen Beobachtungen lediglich eine Schwankungsbreite von rund 1 Prozent aufweist, ist auch die außerordentliche Konstanz der Wasserzusammensetzung im Beobachtungszeitraum von fast 100 Jahren bemerkenswert. Besonders positive Auswirkungen des St. Leonharder Schwefelwassers sind nach ärztlicher Meinung vor allem bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, vor allem bei Muskelrheumatismus, bei Neuralgien und bei Gicht zu erwarten. Empfohlen wird die Anwendung des gesunden Wassers auch bei allergischen Hautreaktionen, bei chronischen Ekzemen und bei Akne. Günstige Wirkungen sind auch bei der Behandlung von Durchblutungsstörungen zu erwarten.



Das alte Kurhaus gibt es heute nicht mehr.
Quelle: Werner M. Thelian: "Bad St. Leonhard – Stadt mit Geschichte und Kultur", Bad St. Leonhard 1995.

Samstag, 8. August 2009

Nachrichten aus der Vergangenheit - Das St. Leonharder Eisenschmelz- und Hammerwerk 1849

Aus dem Jahr 1849 ist eine recht genaue Beschreibung des St. Leonharder Eisenschmelz- und Hammerwerks überliefert, die vor kurzem in einer alten Bibliothek wieder ausfindig gemacht werden konnte und hier wiedergegeben werden soll:

"...das gräfl. v. Henkelsche Eisenschmelz- und Hammerwerk, bestehend aus einem Hochofen mit Lufterwärmungsapparat, Aufzug und Zylindergebläse, welches letztere zugleich mit 4 Frischfeuer bläst, dann 5 Rostöfen, 1 Schlackenstampfe und 2 Grobhämmer. Der schöpferische Geist des adeligen Besitzers, der allenthalben sich äußert, wo er Eigentumsrechte ausüben darf, ... hat sich auch hier bereits bewährt. Die Hüttenwerke, noch vor kurzem ihrem Verfalle nahe, wurden durch ihn größtenteils erneuert und in ihrem Inneren nach den Grundsätzen der jüngsten Erfahrungen im Gebiete der Technik eingerichtet.

Die Erze, die hier verschmolzen und zum Teile auch verarbeitet werden, während ein anderes Quantum des Roheisens nach dem Raffinierwerke Frantschach bei Wolfsberg gebracht wird, werden an der Ostseite des Tales am sogenannten Loben gebrochen und liefern seit vielen Jahrhunderten segenbringend den Rohstoff für die künftige Kaufmannsware. Die Leser werden es gerne nachsehen, wenn sie mit dem Detail der Erzeugung sowie mit der Art des Betriebes verschont werden, da dergleichen nur skizzierte Darstellungen für den Mann von Fach nicht ausreichend, für den Ästhetiker hingegen, dem diese Blätter vorzugsweise gewidmet sind, nicht befriedigend sein können."


Joseph Wagner: "Das Lavantthal im Herzogthume Kärnten", Klagenfurt 1849, S. 56–57.

Donnerstag, 6. August 2009

Kunigundekirche (Bad St. Leonhard)



Die Kunigundekirche, am Schlossberg im Nordwesten des Stadtzentrums gelegen, hat sich ihren gotischen Charakter bis heute bewahrt. Einmal abgesehen von ihrer wichtigen Funktion als Gotteshaus, erinnert die Kirche noch heute an die mittelalterliche Blütezeit der montanindustriell so bedeutsamen Stadt St. Leonhard. Nicht umsonst ist die Kirche der heiligen Kunigunde geweiht. Die Gemahlin Kaiser Heinrichs, der 1007 das Bistum Bamberg gründete und mit umfangreichen Ländereien in Oberkärnten und im Lavanttal ausstattete, wurde 1197 heilig gesprochen.

Die Kirche St. Kunigunde ging im Laufe des 14. Jahrhunderts aus einer kleinen Schlosskapelle der Burg Gomarn hervor, die bereits der heiligen Kunigunde geweiht war. Die neue, größere Kirche, die im gotischen Baustil errichtet wurde, diente den auf Burg Gomarn ansässigen bambergischen Verwaltern als Hauskirche. Einer alten Überlieferung nach soll sie auf den Resten eines heidnischen Tempels stehen.

Im Mittelalter wurde im Gotteshaus am St. Veitstag aus der Mitte des Stadtrates der Stadtrichter gewählt und anschließend feierlich in sein Amt eingesetzt. Auch größere Gemeindeversammlungen scheinen vorzugsweise in der geräumigen Kunigundekirche stattgefunden zu haben, deren Eingang ursprünglich zum Schloss Gomarn hin ausgerichtet war.
Im 18. Jahrhundert hat die Kirche im Zuge eines Umbaus eine starke Barockisierung erfahren. Heute ist vor allem die Innenausstattung der Kirche von Interesse, die freilich im Vergleich zur ungleich berühmteren Leonhardikirche etwas verblasst. Früher befand sich neben der Filialkirche St. Kunigunde auch das alte Schulhaus der Stadt, in dem Generationen von St. Leonhardern das Lesen, Schreiben und Rechnen erlernt haben.

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Mittwoch, 5. August 2009

Erinnerungen an den alten Kurort Preblau














Das waren noch Zeiten. Der alte Kurort Preblau bei Bad St. Leonhard zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Dienstag, 4. August 2009

Switbert Lobisser (1878 – 1943)

Der in Tiffen in Kärnten geborene Switbert Lobisser (1878 – 1943) hat in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vom Lavanttal aus neue Maßstäbe für die Bildende Kunst gesetzt. Lobisser trat 1899 in das Benediktinerstift St. Paul ein und studierte von 1904 bis 1908 im Auftrag des Stiftes an der Wiener Akademie. Als ausgebildeter Zeichenlehrer kehrte er nach St. Paul zurück, um dort bis 1932 als Benediktinermönch, Leiter des Forstamtes und Lehrer am Stiftsgymnasium zu wirken. Lobisser, der vom Studium der Natur begeistert war, machte sich ab 1917 mit Ölbildern, Aquarellen und Zeichnungen, v.a. aber mit Holzschnitten und monumentalen Wandbildern einen Namen. Er schuf Fresken für das Benediktinerstift St. Paul, den Klagenfurter Dom, das Kärntner Landhaus und zahlreiche Kirchen, private und öffentliche Gebäude.

1932 verließ Lobisser den Benediktinerorden und das Lavanttal, um fortan in Klagenfurt ein weltliches Leben zu führen. Nach dem tragischen Tod seiner Lebensgefährtin Eva widmete er sich ausschließlich der Kunst und näherte sich immer mehr der nationalsozialistischen Ideologie. Lobissers Schaffen, das sich seit jeher an den Werken der altdeutschen Meister orientierte, die Geheimnisse der Natur zu umschreiben versuchte und dem bäuerlichen Realismus huldigte, passte in das Konzept der nationalsozialistischen Machthaber. Sie erkannten in Lobissers Werken "für ein neues völkisches Bewusstsein relevante Themen, wie Mythos der Scholle, Saft und Kraft des gesunden Bauernstandes, Verherrlichung der Mütter." (Artur Hanzer: Switbert Lobisser, 1982/83).

Tatsächlich spiegeln die Werke seiner späten Jahre die nationalsozialistische Ideologie ebenso wider wie die Zwiespältigkeit und Zerrissenheit, die sich wie ein roter Faden durch sein Leben und Schaffen ziehen. Switbert Lobisser starb am 1. Oktober 1943 in Klagenfurt.
Auch Jahrzehnte nach seinem Tod sorgt Lobisser für Diskussionen. Während das berühmte Fresko über die Kärntner Volksabstimmung, das er in den späten zwanziger Jahren im Kärntner Landhaus (im heutigen Sitzungssaal des Landtages) als Bekenntnis zu Österreich schuf, bisher unumstritten war, wurden im Jahr 2000 auch die hinter der Holzvertäfelung des Saales verborgenen "Hakenkreuz-Fresken" Lobissers "wiederentdeckt". Sie sind eine Auftragsarbeit aus dem Jahr 1938 und verherrlichten den Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland. Nach Kriegsende wurden sie von den Engländern übertüncht und später hinter einer Holzvertäfelung zusätzlich verborgen. Im Juni 2000 traten alle im Kärntner Landtag vertretenen politischen Parteien, namhafte Kunsthistoriker und das Bundesdenkmalamt dafür ein, die Fresken aus dem Landhaus zu entfernen, aber an einem anderen Ort als "Dokument der Zeitgeschichte" zu erhalten.
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